..: Informationen zu Mittelstadt

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Panoramabild von Mittelstadt

Aus der Geschichte

Über die Gründung von Mittelstadt liegen keine schriftlichen Nachrichten vor, doch lassen Ausgrabungen "rund und kantig profilierter Werksteine" darauf schließen, dass hier mit Sicherheit eine römische Siedlung bestanden hat. Als um 260 n. Chr. die Alemannen den Limes überfluteten und die Römer verdrängten, siedelten sie sich stets dort an, wo der Boden schon urbar gemacht worden war. So geht man auch von der Annahme aus, dass sich hier ein Alemanne namens "Muthilo" niedergelassen hatte, der der Siedlung seinen Namen gab. Die erste urkundliche Erwähnung von Mittelstadt erfolgte 1268. Den Ausgangspunkt für die Ursiedlung Muthilstat dürften die ersten Höfe in den Braiken (dorfnahe, ertragreiche Ackergebiete mit Verbindung zu den Orts-, Grund- oder sonstigen Herren) Kapf, Strängel, Rote Äcker und Hofstatt gebildet haben. Der Alemanne "Muthilo" dürfte der Besitzer eines solchen Hofes gewesen sein.

Bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts waren in Mittelstadt vorwiegend weltliche Herren wie die Grafen von Berg, der Markgraf von Burgau, die Hohenberger, die Herren von Riet u. a. begütert. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts befanden sich die meisten der Mittelstädter Güter in den Händen des neu gegründeten Klosters Pfullingen, neben dem auch noch die Armenpflege Reutlingen, die geistliche Verwaltung Nürtingen und die Stiftsverwaltung der Universität Tübingen hier Besitz hatten.

Der Flurname "Nonnenwasen" erinnert noch heute daran, dass das Kloster Pfullingen in Mittelstadt begütert war. Bereits 1268 verkauften Sigboto und Rudolf von Hundersingen Güter in Mittelstadt an das Kloster Pfullingen, danach konnte das Kloster durch Kauf oder Schenkung ehemaligen Besitzes adeliger Herren seine Erwerbungen in Mittelstadt laufend erweitern. Schließlich gelang es den tüchtigen, geistlichen Frauen 1413 noch, die Mittelstädter Kirche dem Kloster einzuverleiben, dazu gehörte auch das Kirchengut - der Widumhof. Zu dieser Zeit belief sich der Klosterhof in Mittelstadt auf etwa 130 ha und machte ein Fünftel der Gesamtgemarkung aus. Die Güter in Mittelstadt wurden von den Pfullinger Nonnen nicht selbst bewirtschaftet, sondern an die Mittelstädter Bauern verliehen, die dafür einen jährlichen Zins zu entrichten hatten.

Mit der Reformation in Württemberg kam 1534 sämtlicher Besitz des Klosters Pfullingen an das Haus Württemberg. Verwaltet wurden die Güter von einem dem Herzog Ulrich unterstehenden Klosteramt in Pfullingen, an das auch die Mittelstädter Zehnten abgeliefert werden mussten. 1806 erfolgte die Auflösung des Klosteramtes.

Die Anfänge der heutigen Kirche von Mittelstadt reichen bis in das 8. Jahrhundert zurück. Für diese Zeit wird die Gründung der ersten Martinskirche in Mittelstadt angenommen. Die Mittelstädter Pfarrei wird erstmals 1275 in der Steuerliste des Klerus der Konstanzer Diözese als Besitz der Grafen von Berg urkundlich erwähnt. Eine weitere Urkunde aus dem Jahre 1413 bestätigt die Einverleibung der Pfarrkirche von Mittelstadt in das Kloster Pfullingen.

Mittelstadt war von jeher landwirtschaftlich strukturiert. Erst mit dem allgemeinen Aufschwung des Wirtschaftslebens hat auch das gewerbliche und industrielle Leben in den meisten Branchen profitiert. In der Nachkriegszeit erfolgten einige neue Betriebsgründungen, die wesentlich zur Belebung des gewerblichen Bereiches beigetragen haben. Damit konnten am Ort selbst gute und sichere Arbeitsplätze geschaffen werden.

Mittelstadt mit seinen rund 3.500 Einwohnern konnte sich im Laufe der Jahre zu einem modernen Gemeinwesen entwickeln, dessen kulturelles Leben von den Aktivitäten und Veranstaltungen der Vereine und Institutionen getragen wird. Im Jahre 1975 wurde Mittelstadt in die Stadt Reutlingen eingemeindet.

Quelle: Walter Brants - Mittelstadt in Vergangenheit und Gegenwart


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Der Neckar

Weiteres aus der Geschichte von Mittelstadt

Name des Ortes

Im Jahr 1268 heißt der Ort laut einer alten Urkunde Muthilstat. Man weiß aber nicht, ob Muthilstat nach dem Personennamen Muthilo benannt wurde, oder wie der Ort um etwa 600 n.Chr. hieß.
Sicher ist, dass der Ortsname aus einem Bestimmungsort Muthil und einem Grundwort "stat" zusammengesetzt ist. Stat könnte soviel wie eine Stätte oder Stelle bedeuten. Es würde in diesem Fall möglicherweise auf die frühere Furt über den Neckar oder auf die römische Siedlung hinweisen, die in der Nähe der heutigen Kirche stand. Das Bestimmungswort Muthil wird in neuen Orts- und Flurnamenbüchern als Personenname Muthilo gedeutet. Unter einigen Vorbehalten darf man dann also annehmen, dass Muthilostat die durch besondere geographische Verhältnisse gekennzeichnete und altbekannte Stelle ist, bei der sich irgendwann ein Alemanne namens Muthilo niedergelassen hat, nach dem die Siedlung benannt wurde.

Historische Gesetzte

1555, als Muthilstat dann schon Mittelstadt hieß, und einige Einwohner mehr hatte, als zur Zeit Muthilos, erließ Herzog Christoph die sogenannte Landverordnung. Einige Auszüge, wie sich unter anderem die Mittelstädter Bürger zu verhalten hatten, werden hier aufgelistet:

Zauberei:

So jemand den Leuten durch Zauberei oder Hexerei Schaden oder Nachteil zufügt, den soll man vom Leben zum Tod mit dem Feuer richten wie von Alters her kommend.

Von unordentlicher, köstlicher Kleidung:

Weil die übermäßige Köstlichkeit mit der Kleidung bei alt und jung, reich und arm eingerissen und überhand genommen hat, ordnen wir hiermit eine ehrliche, ordentliche und gebührende Kleidung wie folgt an:
Wir wollen, dass der gemeine Bauersmann auf dem Lande keine anderen Tücher trage, denn einledische, so in teutscher Nation gemacht; die Röcke dürfen nicht über 6 Falten haben. Das Wams aus Barchent soll ohne große weite Ärmel sein, allen unziemlichen Zerschneidens und Zerstückelns soll man sich enthalten.

Von Kauf- und Gewerbsleuten:

Die Sühne der Kaufleute sollen sich in der Kleidung wie ihre Väter halten. Doch lassen wir gnädig zu, wenn die ansehnlichen und vermögenden Bürgerssöhne ihre Hosen zerschnitten haben wollen, doch mögen sie sie ziemlich und mit glatten Schnitten zerschneiden lassen, doch nicht leichtfertig und nicht gepudert darunter soll kein Seiden sein, sondern das Futter soll aus dem gleichen Stoff wie die Hosen sein.
Den Weibern und Töchtern der genannten Personen soll es verboten sein, einen Gürtel oder eine Borte zu tragen, die mehr als 10 Gulden wert sind. Die Töchter mögen ein Haarbändlein oder einen Kranz tragen, der nicht über 5 Gulden wert ist.
Niemand außer den Wirtschaften soll fremde länger als eine Nacht beherbergen ohne Erlaubnis der Amtsleute. Die Übertretung wird mit 1 Pfund Heller bestraft.
Niemand soll nachts im Sommer nach 9 Uhr und im Winter nach 8 Uhr ohne ein Licht auf die Gasse gehen, bei Straf von 3 Tagen und 3 Nächten Gefängnis.
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Willkommen in
Mittelstadt...

Mittelstadt heute...

Heute hat Mittelstadt über 3.393 Einwohner (Stand: 04/00) und die Zahl steigt ständig. Das liegt hauptsächlich an der geografischen Nähe zu Reutlingen und zu Stuttgart. Aber auch, dass neue Baugebiete erschlossen wurden, wie zum Beispiel der "Strängel".

Nicht nur die Nähe zu Reutlingen macht Mittelstadt interessant. Da Mittelstadt direkt am Neckar liegt und der Naturpark Schönbuch sowie die Schwäbische Alb nur wenige Kilometer entfernt ist, sind Naherholungsgebiete direkt vor der Haustür und bieten vielfältige Freizeitmöglichkeiten.

» Die Schwäbische Alb

Lage und Verkehr

Mittelstadt ist als Wohnort beliebt. Wer nicht gerade neben einer Hauptverkehrsstraße inmitten einer großen Stadt, sondern eher in einer noch ländlichen Gegend wohnen möchte, der hat in Mittelstadt seinen Traum verwirklicht. Mittelstadt gehört der Stadt Reutlingen, ist jedoch als Stadtteil ungewöhnlich weit entfernt, man kommt aber innerhalb von 15 Minuten in den Stadtkern. Die Busverbindung dauert etwas länger, ist jedoch sehr gut ausgebaut, so dass man tagsüber mindestens alle 30 Minuten nach Reutlingen kommt und von dort mit der Bahn nach Stuttgart oder in die ganze Welt. Es besteht aber auch eine Busverbindung in die nächstgelegene Stadt Metzingen. So sind die Mittelstädter in einer besonders guten geographischen Lage.

» Übersichtskarte

Anfahrt

Man erreicht Mittelstadt indem man von Stuttgart (Flughafen) in Richtung Süden - Bundesstraße 27 in Richtung Reutlingen/Tübingen fährt. Nach ca. 15 km verläßt man die Bundesstraße B-27 und wechselt auf die B-312 in Richtung Metzingen. Man folgt dieser Bundesstraße bis zur Ausfahrt Mittelstadt / Riederich.

Neckartalradweg

Mittelstadt liegt auch direkt am Neckartalradweg, der von Schwenningen bis nach Mannheim führt. Der Neckartalradweg gehört zu den interessantesten und abwechslungsreichsten Radwegen. Ab Tübingen trennt der Neckar den Schönbuch von den Ausläufern der mächtigen Schwäbischen Alb. Viele schöne und markante Städte liegen auf dieser Strecke - unter anderem auch Mittelstadt.

» Beschreibung des Neckartalradweges

Der "Stadtkern"

Mittelstadt hat alles was man braucht. Zwei Kindergärten, eine Grundschule, zwei Banken, einen Drogerie- und einen Lebensmittelmarkt, drei Bäckereien, zwei Metzger, eine Post und mindestens vier Friseure und Friseusen zu bieten. Um die Gesundheit zu erhalten, gibt es einen Hausarzt und eine Apotheke. Was braucht ein Mensch mehr zum Leben? ;-)
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Die Klostermühle
am Neckar

Vereine und Institutionen

Mittelstadt hat ein breites Angebot an Vereinen (vor allem auch für Kinder und Jugendliche). Hier eine Liste (ohne Anspruch auf Vollständigkeit!)


FC Mittelstadt
Kleintierzuchtverein
Liederkranz
Miki (Förderverein der Grundschule)
Narrenzunft "Brühlbärbel" Mittelstadt
Obst- und Gartenbauverein
Schützenverein
Schwäbischer Albverein
Senioren-Club Mittelstadt
Simplizissimus
Tennisverein
Verein der Kriegsbehinderten
und den Musikverein natürlich!

» Links zu den verschiedenen Vereinen findet man hier...

Die evangelische, evangelisch-methodistische und die katholische Kirche in Mittelstadt bieten zusätzlich Veranstaltungen an, wie Buben- und Mädchenjungscharen, Kinderkirchen, Jugendkreise, Jugendtreffs,...